Fast Vorbei

So langsam naehert sich hier meine Abreise. Zunaechst fahre ich nach Santa Cruz, von wo aus ich noch ein wenig reise. Danach geht es dann schon bald wieder nach Good Old Germany. Natuerlich freue ich mich auch schon auf ein paar Sachen. Hauptsaechlich Essen. Besonders Kaese. Hier ist die Auswahl, wenn man nicht zu viel zahlen moechte nicht all zu gross. Aber auch wenn man viel zahlt, was ich nie gemacht habe, ist die Qualitaet nicht die allerbeste. Aber auch egal. Das Essen hier reicht mittlerweile. Es gibt zwar auch gute Sachen, wie ihr wohl schon gelesen habt Pollo. Aber im grossen und ganzen ist es ziemlich langweilig. Besonders unser Mittagessen hier im Projekt. Ist zwar nicht schlecht gekocht, aber meist etwas trocken. Fehlt ziemlich viel Sosse und derartiegs. Meist gibt es 95% Beiliage und 5% Gemuese und Fleisch. Hauptsaechlich trockenen Reis oder total weiche Nudeln sind nicht so lecker. Und immer 2 Kartoffeln reichen mir auch. Egal was es gibt. Auch Spaghetti Bolognese (etwas in der Art) werden mit 2 Kartoffeln serviert. Aber auch egal.

War hier zwar nicht alles bestens. Haette vieles besser sein koennen. Aber im Grossem und Ganzen war das hier auf jeden Fall kein verlorenes Jahr. Ich habe sicherlich viel gelernt, was, das weiss ich auch nicht, werde ich bestimmt spaeter noch bemerken. Auf jeden Fall werde ich das hier immer in Erinnerung behalten.
Ich koennte noch gut eine ganze Weile hier bleiben.
Das liegt sicherlich auch daran, dass ich noch wenig Ahnung habe, was ich in Zukunft tun werde. Studieren werde ich noch nicht. Spaeter. So werde ich wohl erstmal ein wenig Arbeiten oder Praktikas machen. Wo? Wie? Was? Keine Ahnung. Hat jemand einen Job fuer mich?

Meine momentan groesste Sorge ist, dass ich wichtige Sachen vergesse hier einzukaufen. Hab mir schon ne Liste geschrieben, was noch fehlt, hoffentlich kriege ich alles zusammen und auch in den Koffer. Das sind aber auch ganz grosse Sorgen. Groessere habe ich im Moment nicht.

Viele Gruesse,
noch aus Sucre

Chancho

Neulich fragt mich eine Frau auf dem Heimweg um halb 2 nachts, ob ich ihr Schwein gesehen habe, das gefluechtet ist. Zuerst auf Quechua, wo ich leider so gut wie nichts verstanden habe.
Das jemand mich auf Quechua anspricht, kommt schon ab und zu mal vor. Die sind dann oft sehr ueberrascht, dass ich nichts vertstehe.

Ich will nicht zurueck nach Deutschland fliegen. Das geht mir viel zu schnell. Viel besser faende ich, wenn ich ein paar Wochen mit dem Schiff fahren muesste. Aber das ist leider ziemlich teuer. Oder hat jemand fuer so etwas fuer mich Geld uebrig?

27.7.

Ich wusste gar nicht, dass das meine Beitraege hier schon mal kommentiert wurden. Es wurden keine automatischen Mitteilungen verschickt. Erst nachdem ich die Kommentare freigegeben habe.

Ich hab mir bei der Arbeit die ganze Hand abgeschnitten, aber gleich wieder rangeschweisst. Eine kleine Wunde ist noch zu sehen. Es war nicht genug Hautfarbe vorraetig.

Ich glaube ein Polloladen wuerde in Hamburg ganz gut laufen. Man koennte ziemlich viel anbieten:

Pollo broaster
Pollo al spiedo
Pollo a la parrillada
Pollo al horno
Picante de Pollo
Milanesa de Pollo
und wahrscheinlich noch vieles mehr

Alleine wuerde ich mich wohl nicht trauen ein Laden aufzumachen. Wer macht mit?

Meine Copa-America-Vorraussage trat leider nicht so ein. Venezuela kam immerhin zum ersten mal ins Halbfinale. Dort waren sie auch viel besser. Im grossen und ganzen war die Copa America dann ziemlich enttaeuschend. Haette gar keinen Sieger verdient gehabt. Zum Glueck wenigstens nicht Paraguay, die nur mit Unentschieden ins Finale kamen. Uruguay ist auch nicht viel beser, aber auch egal.

Aus Paraguay

Hallo ihr Leser, die noch an einen Beitrag geglaubt haben. Ich bin gerade in Paraguay. In Asuncion. Gibt hier nicht so viel zu sehen. Ein paar grosse Regierungsgebaeude und -palaeste. Morgen abend fahren wir wohl wieder nach Bolivien zurück. Davor waren wir im Norden von Argentinien und zwei Stunden in Brasilien und in tarija in bolivien. So hab ich mittlerweile Stempel von allen Nachbarländer von Bolivien in meinem Reisepass. In Chile war ich allerdings auch nur etwa 6 Stunden auf der Rückreise von Peru. Darüber wollte ich eigentlich schon im März berichten, aber dazu kam ich nicht, auch weil mein laptop kaputt ist. Jetzt schreibe ich gerade mit meinem Handy. Ich hab ehrlich gesagt auch wenig lust die ganze reise von damals zu beschreiben. Nur kurz. Ich war damals in oruro , wo mir mein portmonnee geklaut wurde, la paz, am titicacasee,der wirklih schön ist, im cusco, macchu pichu, am pazifik und wohl noch anderswo. Im juni war ich dann noch im urwald, nachdem wir zuvor von 4900m auf etwa 1100 runtergewandert sind in zwei tagen. Oben hat noch etwas geschneit, unten war es recht tropisch. von da gingees dann zwanzig stunden mit dem bus nach rurrenabaque. Die strassen waren sehr eng. Und an der seite ging es grösstenteils mehrere hunder meter steil bergab. Dazu gab es noch gegenverkehr. Wir haben es aber überlebt.
Ansonsten weiss ich nicht, worüber ich noch schreiben soll. Mir gehts gut. Man gewöhnt sich immer mehr an da leben hier. Umso merkwürdiger ist es, dass es nun schon bald schon wieder vorbei ist.
Gerade läuft der copa america. Eigentlich reiste ich auch nach argentinien auch um ein zwei spiele anzuschauen, das hat aber nicht so mit der reiseroute zusammen gepasst. aber auch egal. die meisten spiele enden sowieso torlos. gewinnen wird ein auseenseiter. kolumbien oder venezuela. Bolivien ist leider viel zu schlecht. Aber bei der wm werden die dabei sein, weil sie alle spiele in la paz gewinnen und auswärts auch mal punkten.
Das wars mal wieder. Ich hoffe, das dies nicht mein letzter eintrag wird.Mal sehen

22.02.2011

Ihr glaubt es kaum, aber ich schreibe mal wieder. Aber was ich schreiben soll, weiß ich jetzt nicht. Ist schon ziemlich viel passiert seit dem letzten Blogeintrag, aber was davon jetzt wirklich nennenswert ist. Mir fällt gerade auf, dass ich mit meiner deutschen Laptoptastatur nicht mehr so gut zurechtkomme. „Jetzt“ sah demnach wie folgt aus: „jetyt“, und „zurechtkomme“: „yurechtkomme“, und so weiter und so fort. Vielleicht fallen euch ja noch ein paar Fehler auf.
Erstmal muss ich mal ein paar Gedanken sortieren und ueberlegen (auch Umlaute schreibe ich normalerweise nicht mehr), was ueberhaupt alles passiert ist. Ich glaub richtig chronologisch sollte ich dass erst gar nicht versuchen.

Ende Oktober habe ich mir das erste mal Urlaub genommen. Allerdings nur eineinhalb Tage. Damit konnte man aber gut 5 Tage unterwegs sein, da Montag halbtags frei war und Dienstag irgendein Feiertag war, welcher weiß ich nicht mehr genau. Ich glaub es war Allerheiligen.
Los sind am Freitagmorgen, zu dritt (mit zwei anderen Freiwilligen Marvin und Jonas). Von Sucre sind wir dann nach Potosí, in die höchste Stadt der Welt gefahren. Liegt auf ueber 4000m. Da mussten wir dann glaube ich ein paar Stunden warten. Gekauft hat man sich dann dann erstmal ausreichend zu trinken und jeder eine Tüte Coca. Und gute Salteñas gabs günstig. Irgenwann ging es dann weiter nach Uyuni. Dort ist man dann ueber sehr schlechte Straßen etwa 6-7 Stunden hingefahren. Zwischendurch war ein Reifen platt und ein Fenster ist zerbrochen. In Uyuni hatte ich dann den stärksten Harndrang meines Lebens, nachdem ich unglaublich viel getrunken hatte, weil dass gegen die Höhe helfen soll. Viel mehr hilft allerdings Coca, dazu aber später. Erstmal bin ich dann aber auf den Markt gerannt, um eine Toilette zu suchen. In die erste gleich rein gerannt. Stellte sich aber schnell, heraus dass es eine Damentoilette war. Wurde man halt ein bisschen blöd angeschaut.
Danach haben wir dann eine Dreitagestour gesucht mit der man den Salar de Uyuni und verschiedene andere Sehenswürdigkeiten anschaut. Schnell gefunden, auch Unterkunft für 25 Bolivianos. Danach habe ich dann blöderweise meinen Reiseführer in einer Bar liegen lassen, wo es dann wohl schnell geklaut wurde. Später war es auf jeden Fall nicht mehr da. Am nächsten Morgen ist man dann losgefahren mit einer Spanierin, einer Australierin und einer Schweizerin und einem Iraeli. Und natürlich einem Fahrer. Erstmal dann zum Salar de Uyuni. Riesige Salzfläche, mit ein paar Inseln. Man konnte da schon gute Bilder machen, schon beeindruckend groß. Mit dem Salz können die schon ein bisschen Geld machen, aber der wertvolle Rohstoff liegt unterm Salz. Lithium. Wichtig für Akkus. Aber bislang kann das nicht mit Gewinn abgebaut werden. Dauert wohl noch ne ganze Weile. Zunächst sollten vielleicht auch vernünftige Straßen dorthin gebaut werden. Geschlafen hat man dann in einem Salzhotel. Das hört sich tausendmal spektakulärer an, als es ist. Die Wände sind halt aus Salzblöcken und ein paar Tischen und der Boden ist aus Salzkörnern. War auf jeden ziemlich kalt. Ist halt eigentlich ne Wüste. Salzwüste. Getrunken haben wir dann trotz der Höhe noch ein schön kaltes „Potosina“ aus der angeblich höchsten Brauerei der Welt. Morgens ist man dann wieder früh raus aus den Federn. Und man ist wieder ewig gefahren in einen Nationalpark, wo es viele Lagunen gibt, in denen viele verschiedene Flamingos lebten und wohl auch immer noch leben. Geschlafen hat man dann wieder in einer einfachen Unterkunft zu siebt in einem Zimmer. Und noch höher war es, fast 5000m, und damit noch viel kälter. Um das dann alles noch zu steigern mussten wir am nächsten morgen, eigentlich in tiefster Nacht, auch noch früher aufstehen. Überquert hat man dann irgendwann auch die 5000 Metermarke. Besucht haben wir noch andere Lagunen. Wir fahren noch baden in einer heißen Quelle, was jedoch eher eine große Badewanne für alle Touristen war, trotzdem nicht schlecht, und Geysire. Ich dachte allerdings immer und denke eigentlich immer noch, dass aus Geysiren in bestimmten Zeitabständen Wasser hinausschießt, aber aus diesen dampfte es nur. Trotzdem nicht allzu schlecht. Die Tour war schon nicht schlecht, aber ein bisschen nervig das man andauernd aus dem Jeep aussteigt und alle Touristen an den gleichen Stellen anhalten.
Wieder in Uyuni haben wir sogar noch eine Flota nach Potosi bekommen. Vorher konnten wir noch ein schönes Pollo essen. In Potosi waren wir dann sogar schon nach guten fünfeinhalb Stunden und konnten noch ein Expresstaxi nach Sucre kriegen, dass wir uns mit einem Schweden teilten. Der Fahrer fuhr unglaublich schnell eine meist gute, aber auch enge Straße. Irgendwann lag ein ausgebrannter Kleinbus auf der Straße. Der Fahrer nahm den Fuß vom Gas, bekreuzigte sich kurz und gab wieder Gas. Irgendwann wurde ein russisches Lied im Radio angekündigt und es kam „Moskau, Moskau“ von Dschingis Khan. Sind dann heil wieder in Sucre angekommen.

Keine Ahnung, was dann passierte. Aus den paar Wochen in der Metallwerkstatt sind ein paar Monate geworden und da bleibe ich wohl auch halbtags. Ist schon ganz interessant mal so was kennen zu lernen, aber später so etwas zu machen, habe ich gar keine Lust. Höchstens seine eigenen Möbel herstellen ist wohl schon ganz cool, wahrscheinlich auch preiswerter.

Vielleicht mal etwas zum Coca. Hilft echt gut gegen Bauchschmerzen und gegen Höhe und wahrscheinlich noch vieles mehr. Um ueberhaupt einen Gramm Kokain daraus zu bekommen braucht man schon Unmengen an Cocablättern. Schmeckt auch gar nicht, vor allem wenn man „lijua“, hoffe dass das so heißt, dazu nimmt. Lijua ist irgendwie Pflanzenasche von der Quinua.

Ich sollte glaube ich mal anfangen eine Hühnerfarm zu eröffnen. Abends und auch sonst bin ich oft zu faul mir etwas zu Essen zu kochen (meist sind das sowieso nur Nudeln, auch mal Kartoffeln oder Reis), also gehe ich ziemlich oft hoch an die Avenida und hole mir ein gutes Pollo mit Pommes und Reis für 10 Bolivianos. Mittlerweile will meine Pollofrau aber meist 12 haben aber nicht nur von mir. „Todo ha subido“.
Wenn wir einen Garten hätten, könnte ich mir auf dem Campesino Küken für je einen Boliviano kaufen.

Mitte Dezember bin ich mit Marvin nach Potosi für ein Wochenende gefahren. Am zweiten waren wir ein wenig in der Stadt spazieren und im Casa de la Moneda, das Geldmuseum. Dort wurden früher Münzen hergestellt, als die Stadt noch reich war zur Zeit des Silberbooms. Potosi war damals die reichste Stadt der Welt. Die Hauptattraktion ist dort jedoch eine Minenbesichtigung. Das haben wir dann natürlich gleich am ersten Tag gemacht. Schön ausgestattet ist man dann erstmal auf dem Bergarbeitermarkt gefahren. Da kann man sich dann Dynamit für umgerechnet zwei Euro kaufen. Und Alkohol. Richtigen Alkohol (kann man überall kaufen). 96% Alkohol wird gern als Geschenk gesehen. Gekauft haben wir nichts. Aber einen Minischluck probiert trotzdem. Ein Minenführer wollte uns erzählen, dass die Arbeiter während einer 12-Stundenschicht einen Liter davon trinken würden. Dann würden die Minen aber wohl auch heute noch ein Massengrab sein. Direkt vor dem Eingang der Mine ist mir dann blöderweise meine Kamera auf den Boden gefallen und das Objektiv wollte nicht mehr einfahren. Die Mine war trotzdem krass. Derbe eng und heiß. Komischerweise sind wir erst am Ende zum Tio gegangen. Der Tto ist der Herrscher der Minen und um ihn gnädig zu stimmen, muss man ihm viel geben. Am liebsten mag er Coca und Alkohol.
Am Abend gönnten wir uns jeder ein schönes Potosina, dass es eigentlich nur in Literflaschen gibt. Marvin war dann allerdings ein wenig höhenkrank und ich musste allein zu unserer Bierverabredung mit unserem Minenführer gehen, er war aber nicht da. Vorher wurde ich aber beim durch die Stadt bummeln von einer anderen Agentur angesprochen, die mich halb zum Biertrinken einluden. Die erzählten mir, dass sie alle die Agentur verlassen haben, bei der wir die Tour gemacht haben. Keiner von der Agentur, die sie verlassen haben, hat jemals in einer Mine gearbeitet. Die aber wohl wirklich. 5 ehemalige Minenarbeiter haben somit ihre eigene Agentur eröffnet. Denen glaube ich das auch wirklich alles. Der, mit dem ich am meisten geredet habe stand sogar in einem früheren Lonely Planet-Reiseführer, als Minenführer, der sehr empfohlen wird, bei der Agentur, bei der wir die Tour gemacht haben. War auf jeden Fall ziemlich nett. Waren auch noch ein paar andere Touristen dabei. Irgendwann wollte ich neben meinem Coca, auch noch mal neues Bier zu steuern, aber ich hatte nur Geld für eins (alles wurde sowieso zusammen getrunken), aber nur ein Bier kauft man nicht, wurde mir erklärt. Wieso? Weil der Mensch von allem zwei Dinge hat. 2 Ohren, 2 Augen, 2 Nasenlöcher. Aber nur einen Mund, denkt jeder, natürlich ich auch, aber die Bolivianier meinten, man hat einen im Gesicht und das andere im Arsch. Interessante Sichtweise.
Ich kauf trotzdem oft nur ein Bier.
Außer wenn St. Pauli gegen HSV, das erste mal nach dreiunddreißigeinhalb Jahren gewinnt. Vorher hatte ich gesagt, dass ich allen ein Sureña ausgebe wenn St. Pauli gewinnt. Habe ich dann aber auch gerne eingehalten. Hab dann gleich einen ganzen Kasten gekauft. Ich glaube da hat mein anderthalb Wochen voriges Beten in der Kathedrale doch was gebracht. Dort bin ich beim ursprünglichen Spieldatum morgens nach 195 Minuten Schlaf hingegangen, um danach St. Pauli hören zu können. Hatte mir leider niemand mitgeteilt, dass es bereits länger zuvor abgesagt wurde.
Auch zu meinem Geburtstag habe ich einen Kasten geschmissen. War schon ein bisschen anders als sonst. Haben ein bisschen reingefeiert, aber ansonsten nicht viel gemacht, hatte auch nicht so Lust. Hat schon alles gut gepasst so. Am Geburtstag durfte ich das erste mal an meinem Geburtstag ausschlafen, was schon ziemlich gut war. Dann fand das natürlich auch noch ein Telefonat nach Hause statt. Sonst ging es nur in die Stadt um ein wenig einzukaufen und am frühen Nachmittag noch ein Pollo essen. Ein bisschen Geflügel muss schon sein, wenn schon keine Gans, dann wenigstens ein Pollo.
Weihnachten wird hier am 25. Dezember gefeiert. Wir, als Freiwillige haben jedoch ein wenig zusammmen am 24. gefeiert. Irgendwie ist das ja ziemlich komisch bei mir. In Deutschland, wo alle am 24. feiern, feier ich immer am 25. und hier ist es genau umgekehrt. Aber alles halb so wild. Mir ist das relativ egal.

Meine Kamera konnte leider bisher nicht wieder repariert werden. Keine Ahnung, was ich jetzt noch machen werde. Die wichtigsten Bilder sollten sowieso im Kopf bleiben. Die anderen sollten aber genug Bilder machen. Zunächst verreise ich auch nicht allein.

In etwa eineinhalb Wochen will ich mit Jonas nach La Paz, zum Titicacasee und nach Peru
fahren. Aber immer flexibel bleiben, nichts zu fest planen.

Gerade haben wir Sommer, aber so sieht es oft nicht aus. Klar, gerade ist Regenzeit, aber auch wenn es nicht regnet ist es manchmal ziemlich kalt. Manchmal kann man tagsüber gut mit kurzer Hose raus, am nächsten Tag kann ich aber auch schnell mal lange Unterwäsche anziehen.

Es fragen sich alle, ob Evo Morales das Jahr hier noch als Präsident überlebt. Seine Beliebtheit ist sicher gerade so tief wie nie. Ende letzten Jahres wurde der Benzinpreis verdoppelt, nachdem der in den letzten 5 Jahren stark subventioniert wurde. Der letzte Präsident musste aufgrund des gleichen Problems zurücktreten. Am Silvesterabend wurde das wieder zurückgenommen. Gerade ist der Zucker irgendwie doppelt so teuer. Eigentlich sollten die Bolivianer dankbar dafür sein. Die benutzen viel zu viel Zucker und Zahnbürsten oder gar einen Zahnarzt haben viele wohl noch nie gesehen. In der Teepause in der Werkstatt ist der Tee allerdings immer noch sehr, sehr süß. Als wir den Tee mal früher geholt haben und der im Vergleich noch wenig gezuckert war, holten sich die Schüler Zucker und kippten uebertrieben viel nach. Im Internet habe ich gelesen, dass in La Paz für Zucker 12 Stunden angestanden werden muss.

Am Wochenende war ich das erste mal seit etwa 8 Monaten beim Friseur. Gewonnen habe ich damit ein Steak für 40 Bolivianos. Mit Jonas habe ich verabredet, dass derjenige, der sich zuerst die Haare schneiden lässt dem anderen ein Steak ausgeben muss. Obwohl schon viel kürzere Haare hatte, ließ er sie sich zuerst abschneiden. Ich folgte jetzt erst etwa einen Monat später. Das Steak wartet noch.

Ich habe mich lange gefragt, wie arme Bolivianer Alkoholiker sein können. Dafür müsste der Alkohol hier viel zu teuer sein. Vor allem das Bier. Auch andere hochprozentige Sachen sind für die teuer, im Vergleich jedoch ziemlich billig. Aber die trinken dann den 96%-Alokohol.

Zurzeit wird es sogar ziemlich grün hier. Konnte man sich gar nicht vorstellen. Obwohl ziemlich viel vermüllt ist, wächst etwas. Sogar bei unseren Nachbarn, wo man nie angenommen hätte, dass dort etwas wachsen kann. Vor einiger Zeit hatten die irgendein Fest (waren aber nicht eingeladen, haben auch keinen Kontakt zu denen), da haben die dann mal einen Ochsen geschlachtet und etwa 12 Ziegen. Sah schon ziemlich cool aus. Aus Fell lag dann ziemlich lange ausgebreitet auf dem Boden, das Fleisch hing sowieso herum.

Ich habe schon bevor ich herkam Hunde nicht gemocht. Aber wenn man hier lebt, dann muss man Hunde eigentlich hassen, tue ich auch. Vor Allem, wenn es dunkel ist, ist es schlimm. Du Wachhunde wachen nicht hinterm Tor, sondern vorm Tor. Ein paar male wurde man, schon echt fast richtig angegriffen. Einmal standen gut 5 Hunde bellend um mich herum, mit gefletschten Zähnen. Ein anderer Freiwilliger wurde einmal mehrfach in den Arm gebissen. Ich kam zum Glück bislang ohne Verletzungen davon. Die Angst ist aber immer da. In Dunkelheit gehe ich ungern alleine raus. Das ist aber schwierig, da es immer ab 19 dunkel wird und spätestens um halb acht stockdunkel ist. Da muss man dann halt durch. So bewaffne ich mich eigentlich immer mit einem Steinen oder gleich mehreren Steinen. Vor und hinter dem Eingang der Bäckerei sind gleich viele Steine gelagert. Mittlerweile stehen vor unserer Haustür auch 2 Stöcke.

Nun geht auch mein Computer nicht mehr. Weiss nicht, was da los ist. Ging schon vorgestern nicht. Gestern morgen habe ich ihn probeweise noch mal gestartet. Ging dann auch. Hab ihn dann sofort wieder heruntergefahren, spaeter ging es dann nicht mehr. Es tut sich etwas, aber so bleibt es dann die ganze Zeit. Mal sehen, was daraus wird.

Was sonst noch passiert? Sicher vieles. Sicher auch vieles mehr in der jetzt grob beschriebenen Zeit. Dazu aber ein anderes mal. Diesmal denke ich dass es wirklich ein wenig schneller geht als das dieses mal.
Viele Grüße,
Paul